Studienfahrt der Europa-Union Vechta nach Slowenien - Die Studienfahrt der Europa-Union Vechta vom 30.September bis 05. Oktober 2008 unter der Leitung von Helmut Backhaus, dem zweiten Vorsitzenden, führte diesmal nach Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens.
Neben dem Kennenlernen dieser geschichtsträchtigen Stadt auf zwei Stadtwanderungen, bei denen Wirtschaft, Kultur und Geschichte des Landes unter den Habsburgern, im serbisch-kroatisch-slowenischen Königreich sowie unter dem jugoslawischen sozialistischen Regime Titos immer wieder anklangen, standen besonders Gespräche mit Repräsentanten des politischen Lebens im Vordergrund. Auch das Parlament war Ziel eines Besuchs der Teilnehmer. Bei der Führung ergab sich in den Erläuterungen das Bild eines kleinen Volkes, das nach Jahrhunderten der Integration in größere staatliche Einheiten oder Zeiten der Unterdrückung seine nationale Unabhängigkeit und Einheit im Jahre 1991 gefunden hat.
Schon im Jahre 2004 folgte der Beitritt Sloweniens zur europäischen Union, 2007 der Eintritt in die Eurozone. Der Anschluss an die wirtschaftlichen Bedingungen des Westens fiel dem Land deswegen leichter, weil es auch während der Zugehörigkeit zu Jugoslawien nie den Kontakt zu den Märkten in Westeuropa verloren hatte. Die EU-Abgeordnete Ljudmila Novak, MdEP, gab ein anschauliches Bild von der Entwicklung des "Musterlands" Slowenien vom planwirtschaftlich orientierten und kommunistisch geprägten Teilstaat Jugoslawiens zum marktwirtschaftlich und liberal ausgerichteten Land, das in kürzester Zeit als jüngstes Beitrittsland der EU in vielen Bereichen zum großen Teil den Standard der "alten" europäischen Länder erreicht hat. Mittlerweile hat es z.B. sogar die wirtschaftlich stärksten ostdeutschen Länder überholt. Die Privatisierung der Unternehmen ist weit fortgeschritten, wenn sie auch in jüngster Zeit an Fahrt verloren hat, weil ehemalige kommunistische Mitglieder der Nomenklatura (heutige "Linke") im Besitz des Kapitals sind, die am Leitbild eines mehr "sozialistisch" regierten Staates mit großem Einfluss auf das soziale und politische Leben festhalten.
Der stellvertretende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland betonte im Gespräch u.a. das gute Verhältnis zwischen Deutschland und Slowenien, das vor allem auch auf Grund der frühen Anerkennung der Unabhängigkeit Sloweniens durch Deutschland im Jahre 1991 verstärkt worden sei. Selbst die "Wunden" , die im II. Weltkrieg sowohl von der deutschen Wehrmacht unter den Slowenen als auch von den jugoslawischen Partisanen während und nach dem Krieg durch die Vertreibung und Ermordung vieler dort ansässiger Deutschen geschlagen worden seien, könnten diesen harmonischen Zustand nicht beeinträchtigen. Deutschland ist heute der wichtigste Handelspartner Sloweniens. Das deutsche Beratungs- und Unterstützungsprogramm zur Förderung der Demokratisierung und des marktwirtschaftlichen Reformprozesses sowie der Handel zwischen beiden Staaten tragen zu den guten Beziehungen bei. Slowenien erzielt dabei mit Deutschland einen erheblichen Handelsbilanzüberschuss.
Die Teilnahme der Studienfahrt-Gruppe am Empfang in der Deutsche Botschaft aus Anlass des "Tages er Deutschen Einheit" bildete den Höhepunkt der Fahrt. Sowohl dem Deutschen Botschafter als auch dem Vertreter der Stadt Ljubljana wurde nach den Gesprächen als Dankgeschenk in feierlicher Runde jeweils das Vechtaer Wappen überreicht. Museumsbesuche, Shopping, eine Fahrt zur mittelalterlich geprägten Stadt Skofja Loka und zu den Tropfsteinhöhlen von Postoina sowie gemeinsame Weinproben rundeten die "freie Zeit" in dem ansonsten sehr dichten Programm ab.

[Verfasst von Kristian am 13. 11. 2008]